Paulus-Schwestern Weblog: Herzlich willkommen!

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So
29
Mai '11

Wir ziehen um!

Ja, zu Facebook!

Unser Facebook ist noch nicht bereit, aber bald wirst du uns dort finden als:

Paulus Buchhandlung (Infos über die Buchhandlung) 
und auch als Paulus-Schwestern (Infos über die Gemeinschaft)

Wir würden uns freuen, wenn du uns dort findest und in Verbindung bleibst!

 

Di
19
Apr '11

Mein Lieblingsbuch des Monats!

In unsere Buchhandlung bekommen wir immer wieder interessante und spannende Neuheiten. Genau eine solche Lieblingsneuigkeit möchte ich dir mitteilen, weil ich glaube, dass es ein Buch ist, was du toll finden wirst.

YOUCAT (Jugendkatechismus der Katholischen Kirche)

303 S.   mit Farbfotos   21 cm  12,99 Euro

Vielleicht hast du mal den großen Katechismus der Katholischen Kirche von 1993 aufgemacht, ihn dann aber gleich wieder zugemacht und gedacht: „Das ist einfach viel zu viel für mich.“ Trotzdem hat man schon Fragen…und möchte irgendwo eine Antwort finden. Aber wo? Gott sei Dank gibt es jetzt eine „kurz-und-knapp“ Version davon, speziell für junge Leute, mit direkten Antworten, zusätzlichen Zitaten von Leuten wie Mutter Teresa, Augustinus und Edith Stein und sogar auch viele bunte Bilder. Er ist einfach einladend und auch inhaltsvoll. Falls du noch weitere Erklärungen möchtest, gibt es die Nummer des KKK zum Nachschlagen.

Für Jugendlichen und Erwachsenen kann dieses Buch vieles ans Licht bringen, neue Begeisterung für den Glauben schenken und auf der Suche nach dem Lebenssinn helfen. Da bin ich mir sicher!

Papst Benedikt hat selbst das Vorwort geschrieben und darin sagt er den Jugendlichen: „Studiert den Katechismus. Das ist mein Herzenswunsch! Studiert den Katechismus mit Leidenschaft und Ausdauer! Opfert Lebenszeit dafür! Studiert ihn in der Stille Eurer Zimmer! Lest ihn zu zweit, wenn Ihr befreundet seid! Bildet Lerngruppen und Netzwerke, tauscht Euch im Internet aus. Ihr müsst im Glauben noch viel tiefer verwurzelt sein als die Generation Eurer Eltern.“

Die erste Auflage ist schon ausverkauft. Die zweite Auflage deckt die Vorbestellungen ab. Eine dritte Auflage musste sofort gedruckt werden. Der YOUCAT ist sicherlich ein Renner und das aus guten Gründen!

Sa
26
Mrz '11

Osterpäckchen

Morgen beginnt schon die 3. Woche der Fastenzeit! Hast du dir etwas für diese Zeit vorgenommen? In unserer Paulus Buchhandlung in Nürnberg haben wir am Aschenmittwoch eine Fastenzeit-Initiative angefangen.

Zuerst haben wir uns überlegt, was wir für benachteiligte Kinder und Jugendliche hier in Deutschland tun können. Uns liegt es am Herzen, dass sie gute Lektüre und vor allem die Osterbotschaft der Hoffnung bekommen.

Da haben wir an das Kinder- und Jugendhaus Stapf gedacht. Dort wohnen 46 junge Leute. Wäre es nicht schön, wenn jeder von denen ein Buch oder CD und irgendeine Überraschung bekämen? Ja, schon. Aber dafür braucht man Hilfe.

In der Vorweihnachtszeit hatten wir eine ähnliche Aktion für Gefangene. Die Kunden waren so großzügig, dass wir ca. fünfzig Frauen am Heiligabend je ein kleines Paket mit einem Kreuz, Büchlein und Karte schenken durften. Jetzt zeigen unsere Kunden sich genauso großherzig und wir freuen uns auf die Möglichkeit in der Osterwoche diese junge Leute zu besuchen und ihnen auch etwas Gutes zu schenken.

Wir haben auch Hilfe durch die Medien bekommen, weil die Nürnberger Zeitung und die katholische Zeitschrift (Heinrichsblatt) darüber berichtet haben. Wenn du das von der NZ lesen möchtest, klick mal hier.

Sicher hast du selber erlebt, dass ein Buch wie ein guter Freund ist und uns oft Hilfe gibt, wenn niemand anders da ist. So hoffen wir, dass die jungen Leute vom Haus Stapf viele gute Freunde und auch Hilfen bekommen und dadurch an diesem Osterfest Jesus neu begegnen können.

Mi
19
Jan '11

Hoffnung - ein fester Anker

Jeden Tag haben wir Paulus-Schwestern eine halbe Stunde Meditation. Normalerweise meditieren wir alleine eine Schriftstelle - oft die Lesungen der Tagesliturgie. Einmal in der Woche ist diese Meditation zusammen. Wir singen ein Leid zum Heiligen Geist, lesen die Texte vor und nach einer Weile Stille darf jeder sagen, was man als Eingebung bekommen hat.

Ich mag die gemeinsame Meditation sehr, weil wir dadurch voneinander beschenkt werden.

Gestern hatten wir eine Meditation zusammen. Der Text war aus dem Hebräerbrief (6,10-20) und aus dem Markusevangelium (2,23-28). Die Stellen sprachen über Hoffnung und sagten: “In ihr (der Hoffnung) haben wir einen sicheren und festen Anker der Seele…”

Der Anker ist ein traditionelles Symbol der Hoffnung. Immer wieder habe ich mir vorgestellt, dass der Anker ein Schiff auf dem Meer festhält, auch wenn es stürmisch wird. Gestern hat eine Mitschwester mitgeteilt, was ihr bei dieser Meditation gekommen ist. Sie sagte, dass es auch eine andere Sorte von Anker gibt: Die man beim Bergsteigen nutzt, um höher zu klettern, oder auch solche, die oft in Thrillern gezeigt werden, wenn jemand auf einen Wolkenkratzer steigen muss. Dieser Anker wird auf eine höhere Stelle geworfen bis es festhält und dann kann man dort hochklettern, wo es sonst unmöglich wäre.

Ist das nicht ein tolles Bild für die Hoffnung? Sie bahnt dort eine Straße für uns, wo wir keinen Ausweg finden. Deswegen stimmt es wirklich was Paulus sagt: “Die Hoffnung lässt nicht zu Grunde gehen”!

So
2
Jan '11

Ein gutes Neues Jahr!

Hoffentlich hast du Weihnachten schön gefeiert und auch schon Neujahr!

Normalerweise haben wir Paulus-Schwestern in Deutschland zwischen Weihnachten und Neujahr ein Treffen miteinander. Dieses Mal war das Treffen etwas Besonderes, weil wir uns mit den Mitschwestern aus Prag und Warschau getroffen haben – in Warschau! Insgesamt waren wir 25 Schwestern und eine bunte Mischung von Kulturen und Sprachen, weil wir viele Missionarinnen unter uns haben: Schwestern aus Indien, Mexiko, Spanien, Korea, Japan, den USA, Italien, Tschechien, Polen und Deutschland. Die einzige Sprache, die wir fast alle zumindest etwas können, war Italienisch und so ging die Kommunikation unter uns ziemlich gut auch in der Verschiedenheit.

Warum gab es dieses Treffen? Weil wir bald eine neue Region (Delegation) gründen werden: Die Paulus-Schwestern von „Central-Europe“. Der erste Schritt dazu ist einander und die drei Länder (Deutschland, Polen und Tscheche) kennen zu lernen, damit wir Wege finden, wie wir voneinander lernen und die Mission, Gemeinschaft und die Kräfte unter uns verbinden können.

Beim Treffen haben wir von der Universalität unserer paulinischen Berufung gesprochen: Wie wir ein weites Herz haben sollen, so wie der Hl. Paulus – weit für alle Menschen aller Nationen. Schon in der Gemeinschaft dürfen wir das erleben und einüben.

Zusammen hießen wir das Neujahr willkommen mit einer Liturgie genau um Mittelnacht. Das ist natürlich außergewöhnlich, weil wir wissen, dass die meisten Menschen das Neujahr ziemlich anders begrüßen! Doch so ein Start sorgt für einen wirklich guten Rutsch!

(Übrigens: Danach haben wir auch Sekt aufgemacht und weiter gefeiert!)

Di
30
Nov '10

Das “Warum” dahinten

Seit Ende Oktober hatten wir eine Reihe von Bücher-Verkaufsausstellungen. Das heißt, dass wir mit vielen Büchern in Pfarreien, Schulen, Adventsbasare usw. unterwegs waren. Wir hatten Büchertische aufgestellt und den Leute die Möglichkeit gegeben, religiöse Bücher und Geschenke zu erwerben. Jetzt sind die Ausstellungen schon fast alle vorbei.

Wenn wir Ausstellungen in Pfarreien anbieten, haben wir manchmal die Gelegenheit während der Messe (vor dem Segen) eine kurze Ansage zu geben. Wir möchten - kurz und prägnant - etwas von unserem Leben als Paulus-Schwestern erzählen. Wir nehmen diese Gelegenheit wahr, weil vielleicht einige Leute uns und unsere Buchhandlung kennen, aber sie nicht so genau wissen warum Schwestern eine Buchhandlung betreiben. Mit der Ansage wollten wir genau das erklären. 

“Kurz und prägnant” war die Herausforderung! Also habe ich die Ansage gleich mit Paulus (mit wem sonst?) angefangen: Dass er von Christus so erfüllt war und keinen anderen Wunsch hatte außer, dass andere Menschen Christus kennen lernen können, so wie er Ihn kannte. Deshalb ist er als Missionar durch die ganze Welt gegangen um die Menschen von Christus zu begeistern. Er wusste, dass nur Jesus die Antwort ist auf alle unsere Sehnsüchte, Sorgen, Probleme… und dass Er alleine uns die wahre Freude und den echten Frieden schenkt. Diese Überzeugung war so stark, dass er gar nicht aufhören konnte. Und wir sind Paulus-Schwestern - wir verkünden wie Paulus, weil wir die gleiche Überzeugung in uns tragen. Deshalb haben wir unser Leben Gott zu Verfügung gestellt, so wie Paulus.

Das war der Kern der Ansage und ich hoffe, es hat ein bisschen geholfen, das man uns nicht als Verkäuferinnen sieht, sondern als Verkünderinnen, weil das ist wirklich das Warum, das dahinten steckt.

Dir wünsche ich eine Adventszeit der tiefen Begegnung mit Jesus…Gott-mit-uns…wie Paulus Ihn erlebte!

Di
19
Okt '10

Genau der Mittepunkt!

Du weißt wie die Räder eines Fahrrads gebaut sind: Die Speichen gehen von dem Mittelpunkt nach außen zum Rand. Sie verbinden das Rand mit der Mitte. Jede einzelne ist zu schwach alleine aber zusammen stützen alle das Rad damit es sich richtig drehen kann. Natürlich ist es absolut notwendig, dass sich die zwei Räder genau vom Mittelpunkt her aus drehen, sonst geht es gar nicht (oder nur ziemlich verrückt!) 

Das ist ein gutes Bild für diese “Mitte”, die Jesus für uns ist (siehe letzter Blog!). Alles geht gut, wenn es mit Ihm verbunden ist und auf Ihn gebaut - also, wenn Er die Mitte ist. Sonst geht es gar nicht! Das stimmt für mich persönlich, für uns als Gemeinschaft (oder in einer Familie) und eigentlich für die ganze Welt.

Der Hl. Paulus drückte die gleiche Idee aus, wenn er so kompakt sagt: “Christus lebt in mir”. Ich glaube, dass ist es, was der Artikel 7 aus unseren Konstitutionen meint. Wenn Jesus sagt “Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben”, dann meint Er, dass Er wirklich die Mitte ist, die alles vereint, in der wir unsere volle Verwirklichung finden und wovon her die ganze Geschichte ihren Sinn findet. Was wünschen wir mehr?!

Wenn wir lernen wirklich mit Jesus in der Mitte zu leben, dann werden wir auch Weg, Wahrheit und Leben für anderen sein können…und darin entdecken wir unsere echte Verwirklichung - eine tiefe Lebensfreude und inneren Frieden.

Es gibt ziemlich viel in diesem einen Artikel unserer Konstitutionen - ein ganzes Lebensprogramm scheint es mir! Deshalb finde ich es eine schöne Herausforderung für uns Paulus-Schwester aber doch auch für jeden auf seinem eigenen Weg!

So
26
Sep '10

Alles fängt wieder an!

Jetzt ist der Urlaub für alle wahrscheinlich vorbei. Hoffentlich ist jeder erneuert worden und nun bereit für ein neues Soziales- bzw. Schuljahr! Auch in unserer Gemeinschaft beginnen wir etwas Neues: von jetzt bis Juni 2012 möchten wir unsere Konstitutionen in die Hand nehmen, viel mehr darüber nachsinnen, meditieren und uns darüber austauschen.

Was sind “die Konstitutionen”? Sie sind unsere Lebensregel als Paulus-Schwestern: ein kleines Buch mit 192 Artikeln (Paragraphen) darin. Wir bekommen sie erst am Anfang unseres Noviziats und sie werden uns von der Ausbildungsschwester genau erklärt. Sie sind uns sehr wichtig, weil wenn wir unsere Profess ablegen, verpflichten wir uns “nach den Konstitutionen des Instituts” zu leben. Darum soll man gut wissen was drin steht!

Nach einer solch ausführlichen “Schule” über die Konstitutionen (Noviziat), lässt man die Konstitutionen für eine Weile beiseite. Deshalb ist es besonders schön, dass wir nun entschieden haben als Paulus-Schwestern in der ganzen Welt wieder eine Art “Noviziat” zusammen zu leben. Und was ich persönlich schön finde ist, dass mein 25. Professjubiläum genau im Juni 2012, also am Ende des Studiums sein wird. Das gemeinsame Studium ist dann für mich eine Vorbereitung auf das Jubiläum. Es passt besonders gut, oder?

Nun denkst du vielleicht, dass die Konstitutionen eine Art Gesetze sind, die wir befolgen müssen. Aber ich finde “Gesetz” ist ein zu hartes Wort. Natürlich geben sie uns Linien für das Leben, doch im Großen und Ganzen sind sie eher ein Leitfaden, den man gut meditieren kann, weil er uns den tieferen Sinn unseres Lebens erklärt.

Ich möchte dir meinen Lieblingsartikel mitteilen. Es steht im 1. Kapitel. Dieses Kapitel heißt: “Berufen und geweiht zu einem Leben im Geist Christi, des Herrn und Meisters.” Und hier ist es:

Um den Menschen das Evangelium des Heils zu vermitteln,
folgen wir der Weisung des Gründers:
in Christus zu leben, wie ihn der hl. Paulus erkannt, gelebt und verkündet hat.
Christus ist für uns der Meister, der Weg, die Wahrheit und das Leben,
die Mitte, die alles vereint,
in der jeder Mensch und die ganze Geschichte ihre volle Verwirklichung finden.
Durch das Wirken des Geistes formt uns der Meister
nach seinem Geheimnis von Tod und Auferstehung um,
bis wir sagen können: “So lebe nun nicht mehr ich, sondern Christus lebt in mir”.
Der Wahrheit lebend und der Sünde sterbend
gestalten wir unser Leben nach seinem Leben,
damit wir in ihn wachsen und mit ihm Weg, Wahrheit und Leben
für die Brüder und Schwestern seien.
(Artikel 7)

Nächstes Mal kann ich dir erzählen, was dieser Artikel mir bedeutet…

Mi
18
Aug '10

Urlaub - jetzt!

Sicher hast du gedacht, dass ich schon im Urlaub war und dies der Grund war, warum du so lange nichts mehr von mir gehört hast. Aber nein! Weißt du, wie es ist, wenn die anderen im Urlaub sind? Dann hat man mehr als normal zu tun…und das war der Fall bei mir.

Aber jetzt bin ich dran - und morgen fliege ich nach Amerika. Dort feiern meine Eltern ihr 60. Hochzeitsjubiläum. Ja, das Diamantene! Das ist wirklich ein Grund zu feiern! Die ganze Familie wird zusammen kommen und dem Herrn danken, dass meine Eltern mit immer wachsender Liebe durchgehalten haben…in den guten und den schlechten Zeiten, in den Tiefen und Höhen des Lebens….

In den letzten Tagen hatte ich die Freude das Fest der Aufnahme Mariä in den Himmel (am 15.8.) zu feiern. Das ist ein besonderer Tag für mich, weil es mein Eintrittstag ist. An diesem Tag trat ich in unseren Orden - die Paulus-Schwestern - in Boston ein. An solche Jahrestage denkt man gerne zurück. Viele Erinnerungen kommen und ich bin voller Dankbarkeit.

Man sagt “Aller Anfang ist schwer” und das stimmt. Aber das Durchhalten kann auch schwer sein! Vor zehn Jahren als meine Eltern ihr goldenes Hochzeitsjubiläum feierten, hatte ich persönlich eine besonders schwierige Zeit in meiner Berufung. Ich war im Urlaub mit meiner Familie, um das 50. Hochzeitsjubiläum zu feiern, aber innerlich war ich mit meiner eigenen Lebenswahl in diesem Moment nicht mehr so voll begeistert. Sicher kommen solche Phasen in jedem Lebensweg. Eines Abend während des Urlaubs sagte mein Vater mir: “Meinst du, dass ich jetzt weggehen kann?” Ich hatte nie so was von ihm erwartet. Ohne Zweifel antwortete ich ihm, “Du wirst nie weggehen. Damit bin ich sicher.” Dann sagte er weiter: “Es gibt immer Schwierigkeiten. Aber es kommt ein Punkt, an dem man innerlich entscheidet: ich gehe nicht mehr zurück. Ich bleibe, komme was kommen wolle.” Mehr hat er nicht gesagt. Doch als ich in den nächsten Tagen über unser Familienleben nachdachte, da wusste ich, dass er selber diese Entscheidung irgendwann getroffen hat und sie nicht mehr zurückgenommen hat.

Ich dachte auch über mein Ordensleben nach und wusste innerlich, dass Gott mich hierher geführt hat und mir immer wieder so viel geschenkt hat. Warum soll ich es mir dann in den Momenten der Schwierigkeiten anders überlegen? Ich traf die gleiche Entscheidung wie mein Vater (und wie natürlich meine Mutter!) Danach spürte ich wieder Ruhe in mir. Als wir in den nächsten Tagen ihr Jubiläum feierten, fühlte ich, dass meine Berufung durch ihrer Treue bestärkt wurde.

Seitdem findet der Zweifel kein Raum mehr in mir, auch wenn Schwierigkeiten immer wieder da sind. Doch der Friede und die Freude bleiben. Und jetzt nach 23 Jahre als Ordensschwester kann ich Gott nur danken: nicht nur dass Er mich berufen hat, sondern dass Er mir täglich die Kraft gibt mit einem dankbaren JA Ihm zu antworten und diese Berufung zu leben. Psalm 84 drückt es für mich am besten aus:

Wie liebenswert ist deine Wohnung, Herr! Meine Seele verzehrt sich in Sehnsucht nach dem Tempel des Herrn. Mein Herz und mein Leib jauchzen ihm zu, ihm, dem lebendigen Gott… Wohl denen, die wohnen in deinem Hause, die dich allezeit loben. Wohl den Menschen, die Kraft finden in dir. Ziehen sie durch das trostlose Tal, wird es für sie zum Quellgrund, und Frühregen hüllt es in Segen. Sie schreiten dahin mit wachsender Kraft; dann schauen sie Gott… Denn ein einziger Tag in den Vorhöfen deines Heiligtums ist besser als tausend andere… Denn Gott der Herr ist Sonne und Schild. Er schenkt Gnade und Herrlichkeit… Herr der Heerscharen, wohl dem, der dir vertraut!

Nach dem Urlaub melde ich mich wieder!

Mi
14
Jul '10

Ich sehne mich danach, dass…

Die ganze Woche bin ich so hin und her mit den zwei Sätzen, worüber ich dir letztes Mal erzählte. Jetzt habe ich dir versprochen, die Sätze zu Ende zu schreiben. Aber trotzdem stehe ich hier und frage mich, “Ja, aber wie?”

Der erste Satz war: Ich sehne mich danach, dass…
Diese Woche ist extrem heiß. Also, sehne ich mich nach einem Eis? Na ja, ich hätte gern eins. Aber “sehnen” ist doch mehr als das, oder?

Wir Schwestern haben drei Gelübde: Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam. Warum diese drei? Weil die meisten Menschen sich genau nach dem Gegenteil “sehnen”: Reichtum, eine enge Beziehung mit jemandem und die Freiheit zu tun “was ich will”. Unser Ziel als Ordensfrauen ist anders: Wir wählen das Gegenteil, weil wir die wirklichen Werte erleben möchten: Reichtümer, die keiner wegnehmen kann, eine tiefe Beziehung mit dem geheimnisvollsten Menschen, der je lebte: Jesus selber (!) und eine innere Freiheit, die grenzenlos ist.

Ja, danach sehne ich mich. Und um das zu erreichen, nehme ich das Paradox an, das Jesus vorlebte und wovon Er erzählte: Der Erste wird der Letzte sein…wer sein Leben retten will, wird es verlieren, und wer es verliert, wird es retten…durch Tod kommt Auferstehung usw. Geheimnisvoll aber wahr.
Diese Antwort ist zu lang für so einen kurzen Satz. Trotzdem kann ich den Satz nicht anders zu Ende schreiben.

Und dann habe ich noch den zweiten Satz: Erfülltes Leben heißt für mich… Hier muss ich mehrere Sätze schreiben:

In der Buchhandlung begegnen wir vielen verschiedenen Leuten. Manche kommen rein, sehen Schwestern und gehen praktisch rückwärts gleich wieder raus. Ich kann nicht genau sagen, aber ich schätze, dass sie wenig mit Religion zu tun haben und deshalb sind sie fast erschrocken und haben sich vielleicht “konfrontiert” gesfühlt, obwohl wir nichts getan haben, außer sie herzlich zu grüßen. Ich denke oft an solche Menschen, weil ich mir schlecht vorstellen kann, was ein erfülltes Leben für sie heißt. Erfülltes Leben für mich heißt nichts anderes als Gott zu kennen und erkennen und mein Leben mit Ihm zu gehen. Dann bin ich im Tiefsten froh und zufrieden.

Alles andere kommt zu kurz! Findest du es auch so?