Fragebogen zur spezifischen Berufung

Tipps für Suchende
- 1. Was ist Berufung?
- 2. Wie kann ich erkennen, ob ich zur engeren Nachfolge berufen bin?
- 3. Gibt es bestimmte Zeichen für eine Berufung zur engeren Nachfolge?
- 4. Wie kann ich erkennen, dass ich zum Priester, zum Ordensmann, zur Ordensfrau berufen bin?
- 5. Was sind die drei evangelischen Räte?
- 6. Wo kann ich Rat suchen, um meine Berufung zu erkennen?
- 7. Wie komme ich zu einer geistigen Begleitung?
1. Was ist Berufung?
Berufung ist der Ruf Gottes an jeden Menschen. Gott hat für jeden Menschen einen Plan, den es zu entdecken gilt.
Berufung ist der Ruf Gottes an jeden Menschen. Gott hat für jeden Menschen einen Plan, den es zu entdecken gilt. Dabei lässt Gott stets die Freiheit, wofür man sich entscheidet und geht den Weg mit.
„Bei deinem Namen habe ich dich gerufen, mein bist du (Jes 43,1)“
Doch Gott ruft auch manche zu einer engeren Nachfolge. Papst Johannes Paul II. sagte dazu einmal : „Daher ist es die unerlässliche Pflicht eines jeden, Tag für Tag den Weg zu suchen und zu erkennen, auf dem der Herr ihm persönlich entgegengeht. Liebe Freunde, stellt euch allen Ernstes die Frage nach euerer Berufung, und seid bereit, dem Ruf des Herrn zu folgen und jenen Platz einzunehmen, den er schon immer für euch bestimmt hatte." (JPII, aus der Botschaft an die Jugend 1998)
2. Wie kann ich erkennen, ob ich zur engeren Nachfolge berufen bin?
Nimm dir einmal Zeit, um in dein Herz zu hören. Was würde es sagen, wenn dir jemand versuchte, deine Berufung auszureden:
„Wärest du erleichtert? Oder gar erfreut?“ Dann geh deinen Weg in dieser Freude weiter und suche, welchen anderen – nicht geringeren – Platz dir in Gottes Plan zugedacht ist (Gründung einer Familie, ein verantwortungsvoller Beruf in der Gesellschaft, Engagement gegenüber einer bestimmten Gruppe…)
„Wärest du enttäuscht?“ Das wäre zwar noch kein Beweis dafür, dass du berufen ist. Doch es lässt dich aufhorchen. Nun musst du dir die Mühe machen, bis auf den Grund dieser Entscheidung zu gehen. Das ist die Arbeit der Unterscheidung. Damit legst du ein Fundament. Dies ist wichtig, um deine erste Liebe zu erkennen. Denn wonach dein Herz sich sehnt, dort kann dein Platz sein.
3. Gibt es bestimmte Zeichen für eine Berufung zur engeren Nachfolge?
Gott will uns nicht durch übermächtige Eindrücke und außerordentliche Taten seiner Allmacht beeindrucken, sondern er offenbart seinen Willen oft durch menschliche Ereignisse, alltägliche Gegebenheiten… und meistens in großer Stille. Denke an Elias, der Gott im Säuseln der Stille erkannt hat. (1Kön 19, 12)
Gott will ein freiwilliges Ja; er will den Menschen nicht durch „Spezialeffekte“ überzeugen. Er sagt nur: „Wenn du [in der Liebe] vollkommen sein willst ...“ (Mt 19, 21).
Du kannst sicher sein: Wenn Gott dich zur engeren Nachfolge beruft, dann findet er auch den Weg, dass du diese Einladung hören kannst.
4. Wie kann ich erkennen, dass ich zum Priester, zum Ordensmann, zur Ordensfrau berufen bin?
Im Gebet kann man dieser Frage sehr gut nachspüren. Nimm dir dazu immer wieder Zeit und Raum für das Gespräch mit Gott.
Es geht dabei darum, die eigene Berufung nicht von der Funktion her, sondern sie vom eigenen Wesen her zu entdecken. Dabei wird die Lebensform sichtbar, in der du deine Berufung am besten leben kannst.
5. Was sind die drei evangelischen Räte?
- Die Armut: ist im ersten Sinn das Loslassen gegenüber dem Materiellen. Sie entspricht dem Wunsch nach Einfachheit und Echtheit. Sie ist die Chance, auch frei zu werden gegenüber den Ansprüchen des Konsumierens und Haben-Wollens in allen Bereichen: Erlebnis, Fun, Wissen, Exklusivität... Armut ist das Fundament der Liebe zu Gott, auf das der Mensch bauen kann, weil er die innere Freiheit übt.
- Die ehelose Keuschheit: Sie ist die Hingabe der ganzen Liebesfähigkeit des Menschen an Gott. So bedeutet die Ehelosigkeit nicht nur den Verzicht auf die Ehe, sondern die Bereitschaft, die letzte Erfüllung der Sehnsucht nach Glück und Gemeinschaft in Gott zu suchen und für seine Liebe verfügbar zu sein.
- Gehorsam: ist das stetige Hören auf den Willen Gottes. Der Gehorsam bedeutet die größte Freiheit und besteht darin, in der Haltung Jesu gegenüber dem Vater zu leben und mit ihm alles zu teilen.
Die evangelischen Räte oder auch Gelübde genannt, sind Hilfsmittel, um Christus immer ähnlicher zu werden.
6. Wo kann ich Rat suchen, um meine Berufung zu erkennen?
Ein geistlicher Begleiter oder eine geistliche Begleiterin kann dir helfen, deine Berufung zu erkennen. Mit Hilfe eines in der Unterscheidung eingeübten Begleiters kannst du sehen, was deine wirkliche Motivation ist.
7. Wie komme ich zu einer geistigen Begleitung?
Hast Du Ordenshäuser oder geistliche Gemeinschaften in der Nähe? Schau dir die Programme der Diözesen an, die vielfältige Angebote zum Thema Berufung machen. Geh ruhig auch einmal auf Wanderschaft zu anderen Gottesdiensten - und schließlich „probiere“ ganz einfach jemanden aus.
Ausprobieren? Ja, denn schon die Mönche aus der ganz frühen Kirche haben empfohlen, sich den geistlichen Begleiter gut anzuschauen. Es kommt nicht darauf an, gleich mit der Tür ins zu Haus fallen, sondern zu prüfen.
Aber wenn Du jemanden gewählt hast, dann bleibe auch bei diesem und erkenne seine/ihre Autorität an.
Die Suche nach dem eigenen Weg bleibt immer. Doch an bestimmten Lebensabschnitten ist eine Entscheidung gefordert, seinem Weg eine Richtung zu geben. Hab´ Mut und vertraue Gott, dass er dich führt. So wie du auf der Suche nach ihm bist, ist er Tag für Tag auf der Suche nach dir.

